Grundlagen zum Technischen Zeichnen

Grundlagen zum Technischen Zeichnen
Technik-Unterricht Sekundarstufe I


Wozu brauchen wir eine technische Zeichnung?

Wenn wir ein Werkstück anfertigen, so ist es sinnvoll, vorher eine Zeichnung anzufertigen. Denn bevor wir etwas bauen, müssen wir die Konstruktion per Zeichnung planen. Dadurch können wir schon bei der Planung mögliche Fehler erkannen und beseitigen. Außerdem verschwenden wir so bei der Ferigung kein teures Material.
In der arbeitsteiligen Gesellschaft sind Konstruktion und Fertigung voneinander getrennt. Die technische Zeichnung dient dabei als Kommunikationsmittel zwischen Planung und Fertigung. Der Planer (Ingenieur) muss in der Lage sein, Ideen in die Form einer technischen Zeichnung zu bringen. Der Arbeiter in der Fertigung dagegen muss in der Lage sein, die technische Zeichnung richtig zu lesen und nach den Vorgaben exakt zu arbeiten.

Die Normung

Die technischen Zeichnungen müssen eindeutig sein und von allen am Produktionsprozess beteiligten verstanden werden. Deshalb gibt es verbindliche Regeln, die Normen. Eine technische Zeichnung besteht aus Linien, Zahlen, Hilfslinien und Symbolen. Formen und Maße von Gegenständen werden also einheitlich dargestellt. Begriffe haben einheitliche Bedeutung.
In Deutschland ist das DIN (Deutsches Institut für Normung e.V.) für die Normungsarbeit zuständig. Das Ergebnis der Normungsarbeit findet in den DIN-Normenblättern seinen Niederschlag.

Zeichengeräte für technische Zeichnungen

Für das Anfertigen von Zeichnungen verwendet man:

  • Bleistifte mittlerer Härte (HB) oder Feinminenhalter
  • Lineal von etwa 300 mm Länge
  • Dreieck mit den Winkeln 900, 450, 450 (etwa 160 mm lang )
  • Dreieck mit den Winkeln 900, 600, 300 (etwa 160 mm lang )
  • Kreisschablone und einen Zirkel
Zeichengeräte des_001

 

 

 

 

 

 

Blattgrößen

Nach DIN 823 haben die Zeichenblätter folgende Bezeichnungen und Größen:

A0: 841 x 1189     A1: 594 x 841     A2: 420 x 594
A3: 297 x 420       A4: 210 x 297     A5: 148 x 210

Am bekanntesten sind wohl die Blattgrößen DIN-A4 für große Schulhefte und DIN-A5 für kleine.

Blattgrößen nach DIN 823 des_002

Zeichenfläche mit Rand des_003

Für die Zeichenfläche wird allseitig ein Rand von 5 mm Breite abgetrennt. In vielen Fällen reicht das Blattformat A4.


Der Maßstab

Zeichnungen von Werkstücken in natürlicher Größe haben den Maßstab 1:1. Das heißt: die Zeichnung ist genauso groß wie das Werkstück.
Bei größeren Werkstücken müssen die Zeichnungen verkleinert angefertigt werden. Dafür wählt man, je nach Größe der Werkstücke folgende Maßstäbe nach DIN 823:

Verkleinerungen: M 1:2 ; M 1:10 usw.
Der Maßstab M 1:10 sagt aus, dass 1 mm in der Zeichnung einer natürlichen Länge von 10 mm entspricht.
Mit anderen Worten: die Zeichnung ist ein Zehntel so groß wie das Werkstück.

Handelt es sich um sehr kleine Werkstücke, gibt man sie in der Zeichnung vergrößert wieder, und zwar in den Maßstäben:
Vergrößerungen: M 2:1 ; M 10:1 usw.
Der Maßstab M 10:1 sagt aus, dass 10 mm in der Zeichnung einer natürlichen Länge von 1 mm entspricht.
Mit anderen Worten: die Zeichnung ist ein zehn mal so groß wie das Werkstück.

Der verwendete Maßstab muss in der Zeichnung stets angegeben werden.
Zum Beispiel bei der Zeichnung eines Hauses: M 1:50 oder M 1:100
Zeichnung eines Mikrochip: M 10:1 oder M 20:1.

Linien nach DIN 15

Für die Zeichnungsformate A4 bis A2 ist vorzugsweise die Liniengruppe DI N 15 – 0,5 zu verwenden.

0,5 mm       für alle breiten Linien
0,35 mm     für Maß- und Wortangaben und für Symbole
0,25 mm     für alle schmalen Linien

Liniengruppe DIN 15 – 05
Linienart Linienbreite Bild Benennung Verwendung
breit 0,5 mm breite Vollinie des_004 Vollinie Für sichtbare Kanten und Umrisse
mittel 0,35 mm Strichlinie des_005 Strichlinie Für verdeckte Kanten und Umrisse
mittel 0,35 mm Schriftzug Schrift Schrift für Maße und Beschriftung
schmal 0,25 mm schmale Volllinie des_006 Volllinie Maßlinien, Maßhilfslinien, Schraffurlinien, Oberflächenzeichen, Diagonalkreuze, Bezugslinien
schmal 0,25 mm schmale Strichpunktlinie des_007 Strichpunktlinie Mittellinien, Teilkreise, Lochkreise
schmal 0,25 mm Freihandlinie des_008 Freihandlinie Bruchlinien

Beschriftung von Zeichnungen

Lese- und Schreibrichtung

Die Darstellung und die Beschriftung einer Zeichnung müssen grundsätzlich in der gleichen Richtung lesbar sein, wie die Leserichtung des Schriftfeldes. Die Schreibrichtung für die Maßeintragung wird dabei durch den Verlauf der Maßlinie bestimmt.

Schriftform

Für die Linienbreite d = 0,35 mm gelten für die Schriftzeichen folgende Werte:

Höhe der Großbuchstaben und Ziffern:   h = 3,5 mm
Höhe der Kleinbuchstaben
– ohne Ober- oder Unterlänge:   c = 2,5 mm
– mit Ober- und Unterlänge:   h = 3,5 mm
Mindestabstand zwischen Schriftzeichen:   a = 0,7 mm
– zwischen Wörtern:   e = 2,1 mm
– zwischen Grundlinien:   b = 5 mm

Schriftgrößenbeispiel des_009

 

 

 

 

 

 

 

Schriftschablonen berücksichtigen alle Maße, sind aber teuer.


Schriftgröße

Nach DIN 6774 sind für die Beschriftung von Zeichnungen drei Schriftgrößen vorgesehen:

geoße Schrift des_010 0,5 mm für Maßstab und Kennzeichnung von Schnitten
mittlere Schrift des_011 0,35 mm für Maß- und Wortangaben
kleine Schrift des_012 0,25 mm für Indizes und Exponenten

Das Schriftfeld nach DIN 6771

Technische Zeichnungen sind mit einem Schriftfeld versehen, in das alle für den Benutzer der Zeichnung erforderlichen Angaben eingetragen werden.

Schriftfeld nach DIN 6771 des_013

 

 

 

 

 

Maße:
Größe des Schriftfeldes: 54,99 mm x 182,88 mm

Linienbreiten:

Begrenzungslinien des Schriftfeldes:0,7 mmBegrenzungslinien der Hauptfelder:0,35 mmAlle übrigen Linien:0,18 mm

Die einzelnen Felder sollen folgende Eintragungen aufnehmen:

Feld Einsatz
 1: Verwendungsbereich
 2: Zulässige Abweichung für Maße ohne Toleranzangabe
 3: Vorschrift für die Oberfläche des Dargestellten
4: Maßstab
 5: Gewicht
6: Modell- Nummer, Rohteil- Nummer, Angaben zum Werkstoff u. a.
 7: Angaben zum Änderungszustand der Zeichnung
8 u. 9: Sondervermerke des Zeichnungsherstellers
8a u. 9a: Namen des Erstellers und des Prüfers der Zeichnung
10: Benennung des Dargestellten
11: Firma des Zeichnungserstellers
12: Zeichnungsnummer des Erstellers
 13: Blatt- Nummer und Anzahl der Blätter, sofern von der gleichen Zeichnungsnummer mehrere Blätter erforderlich sind
14: Nummer der Ursprungszeichnung, wenn die Zeichnung aus einer anderen entstanden ist
 15a: Wenn eine Zeichnung durch die vorliegende Zeichnung ungültig wird, kann deren Nummer hier eingetragen werden
15b: Wenn die vorliegende Zeichnung durch eine andere ersetzt wird, kann deren Nummer hier eingetragen werden



Das normgerechte Schriftfeld ist für den Schulgebrauch in der Regel zu umfangreich. Der Handel bietet deshalb Zeichenpapier mit vereinfachten Schriftfeldern an, die dem Schulgebrauch angepasst sind. Bei Verwendung von neutralem Zeichenpapier kann mit dem unten dargestellten vereinfachten Schriftfeld gearbeitet werden. Es deckt sich in wesentlichen Einzelabmessungen mit dem genormten Schriftfeld.
Schriftfeld für den Schulgebrauch des_014
Zeichenblatt für den Schulgebrauch des_015

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